Über diese Seite

prokrastinieren.info ist eine deutschsprachige Seite über das Aufschieben: warum es passiert, was dahintersteckt und was dagegen hilft. Sie richtet sich an alle, die genau wissen, was zu tun wäre, und es trotzdem nicht tun.

Wofür diese Seite steht

Aufschieben ist kein Charakterfehler und kein Zeitmanagement-Problem. Die Forschung beschreibt es als Problem der Emotionsregulation: Du drückst dich nicht vor der Aufgabe, sondern vor dem Gefühl, das die Aufgabe auslöst. Diese Sicht zieht sich durch alles, was hier steht, und sie hat eine praktische Folge: Ratschläge, die auf mehr Disziplin hinauslaufen, findest du hier nicht.

Drei Dinge sind mir beim Schreiben wichtig:

  • Du bist nicht faul. Wer aus Faulheit nichts tut, fühlt sich dabei wohl. Wer prokrastiniert, fühlt sich schlecht. Das ist der ganze Unterschied, und er verdient eine andere Antwort.
  • Konkret vor vollständig. Lieber drei Strategien, die du heute ausprobieren kannst, als eine Übersicht über alles, was jemals untersucht wurde.
  • Keine Versprechen. Es gibt keinen Trick, der Prokrastination abschaltet. Was es gibt, sind Methoden, die bei vielen Menschen die Hürde senken.

Wie diese Seite arbeitet

Sie ist bewusst schlicht gebaut. Es gibt keine Werbung, keine Affiliate-Links und keine bezahlten Beiträge. Es wird nichts verfolgt, und es werden keine Cookies gesetzt.

Einen Newsletter gibt es ebenfalls nicht und soll es nicht geben. Es gibt hier keine Stelle, die eine E-Mail-Adresse entgegennimmt. Was das technisch genau heißt, steht in der Datenschutzerklärung.

Woher die Inhalte kommen

Die Artikel sind redaktionell geschrieben, nicht aus Fremdtexten zusammengesetzt. Jede Zahl und jede genannte Studie steht mit ihrer Quelle am Ende des Artikels, und zwar so, dass du sie selbst aufrufen kannst.

Dazu gehört die Vorgeschichte, weil sie erklärt, warum das hier so betont wird. Die ersten fünf Artikel stammen aus dem Januar 2026 und nannten Zahlen, Studien und Namen, ohne sie belegbar zu machen. Eine Prüfung im Juli 2026 fand darin 36 überprüfbare Sachaussagen: 8 hielten stand, 21 waren falsch gerahmt oder falsch zugeschrieben, 7 hatten überhaupt keine auffindbare Quelle. Ein Beispiel für die häufigste Sorte Fehler: „95 % aller Menschen prokrastinieren“ stand prominent auf der Startseite. Belegt ist etwas anderes, nämlich 80 bis 95 % der Studierenden, die zumindest gelegentlich aufschieben.

Alle Artikel sind daraufhin überarbeitet worden. Was sich nicht belegen ließ, wurde gestrichen und nicht durch eine ungefähr passende Behauptung ersetzt.

Wie hier mit Quellen umgegangen wird

Vier Regeln, an die ich mich halte:

  • Keine Quelle wird genannt, die ich nicht selbst geöffnet habe. Kein „laut einer Studie“, kein Autorenname aus dem Gedächtnis.
  • Was sich nicht belegen lässt, wird gestrichen, nicht durch eine andere unbelegte Aussage ersetzt.
  • Die Rahmung muss stimmen, nicht nur die Zahl. Ein Befund über Studierende ist kein Befund über alle Menschen, eine Korrelation ist keine Ursache.
  • Was nicht belegbar ist, wird als solches benannt. „Dazu gibt es keine belastbare Untersuchung“ steht an mehreren Stellen, und das ist Absicht.

Das führt gelegentlich zu unbequemen Artikeln. Der Text über den Perfektionisten kommt zu dem Schluss, dass die verbreitete Erklärung so nicht stimmt; der über den Krisen-Macher, dass „unter Druck bin ich besser“ einer Leistungsmessung nicht standhält. Beides steht hier, weil die Quellen es hergeben, nicht weil es sich gut liest.

Was hier noch fehlt

  • Modelle aus der Ratgeberliteratur, etwa die sechs Prokrastinations-Typen nach Linda Sapadin, sind als das gekennzeichnet, was sie sind: brauchbare Ordnungshilfen ohne wissenschaftliche Validierung. Das gilt auch für den Selbsttest, der sie vergibt.
  • Überarbeitete Artikel tragen ein sichtbares Änderungsdatum.
  • Diese Seite wächst langsam. Lieber wenige Artikel, deren Zahlen stimmen, als viele, bei denen ich das nicht sagen kann.

Was diese Seite nicht leisten kann

Sie ersetzt keine Therapie, keine Diagnose und keine ärztliche Beratung. Prokrastination ist keine eigenständige Erkrankung, sie kann aber im Zusammenhang mit ADHS, Depressionen oder Angststörungen auftreten. Wenn das Aufschieben dein Studium, deine Arbeit oder deine Beziehungen ernsthaft beschädigt, oder wenn es dir über längere Zeit schlecht geht, dann ist die richtige Anlaufstelle eine ärztliche oder psychotherapeutische Praxis und nicht ein Artikel im Netz.

Wer hier schreibt

Henry Wolf

Ich bin kein Psychologe und keine therapeutische Fachkraft, und diese Seite behauptet das auch nirgends. Was sie leistet, hängt deshalb nicht an mir, sondern an den Quellen: Jede Zahl steht mit ihrem Beleg am Artikel, damit du sie selbst nachlesen kannst, statt mir glauben zu müssen. Wo die Forschung etwas anderes sagt als der übliche Ratgeber, steht hier die Forschung.

Kontakt

Für Hinweise, Korrekturen und Fragen zu den Inhalten: [email protected]

Sachliche Korrekturen sind ausdrücklich willkommen. Wenn hier etwas falsch steht, will ich das wissen.

Die vollständigen Anbieterangaben stehen im Impressum.